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3 Jun 2013

Vor den nächsten Rennen

Posted by Joerg. No Comments

Nach einer guten Woche Urlaub in den Bergen ging es diese Woche wieder zurück zur Arbeit. Diese Woche war denn auch recht vollgepackt, schließlich stehen in den nächsten 4 Wochen wichtige Regatten im Mini und im Class 40 an. Insofern galt es auf beiden Booten den guten Trimm für die kommenden Regatten zu finden. Im Mini hatten ich Anfang der Woche noch so meine liebe Not, einen guten Bootspeed zu finden, aber die 2 Grad mehr Mastfall waren die Änderung in die richtige Richtung. Beim Training am Ende der Woche war ich wieder einer der Schnellsten. Das ist sehr wichtig für die Trophee MAP und das Mini Fastnet, die in 2 Wochen beginnen. Es ist einfach immer gut zu wissen, dass man kein Speedmanko hat.

Im Class 40 ist unsere Position ein wenig komfortabler. Wie das Normandy Channel Race gezeigt hat, sind wir bei nahezu allen Bedingungen der Konkurrenz überlegen. Aber sich auf den Lorbeeren auszuruhen ist nicht gut, also arbeiten wir auch hier weiter, um immer noch ein wenig schneller zu werden. Da die ganze Woche viel Wind war, hatten wir optimale Bedingungen, um festzulegen, ab welcher Windstärke wir von der Genua auf die Fock (Trinquette ) wechseln, also herauszufinden, wo der Cross Over liegt. Die Ergebnisse waren überraschend und der Speed unter Trinquette – 9.00kn bei einem TWA von 50 Grad sind schon nicht so schlecht auf einem Class 40.

Weiterhin ging es darum, möglichst viel mit meinem BWR Co Skipper Sebastien Auigane für die kommende Azoren Regatta im Class 40 zu trainieren. Wir arbeiten super zusammen. Es ist sehr gut, schon jetzt mit meinen Co Skipper fürs Barcelona World Race trainieren zu können, denn dann müssen wir uns blind vertrauen können.

Neben dem Wassertraining im Class 40 und Mini läuft die Vorbereitung aufs Barcelona World Race natürlich auch auf Hochtouren. Das Training im Open 60, welches für nächste Woche vorgesehen war, ist wegen des Umfalls mit dem Fischer auf Juli verschoben worden, was nicht schlimm ist, da wir faktisch kein Trainingstag im Open 60 verloren haben. Wir sind jetzt dabei, die Modifikationen fürs Barcelona World Race festzulegen. Unsere ersten Tests waren aussagekräftig genug, um festzulegen wie wir die Lücke zu den Booten der 2012 Generation am besten schließen können. Also von unserem Open 60 wird man noch einiges erwarten können.

11 Mai 2013

1 Sekunde an der Katastrophe vorbei

Posted by Joerg. No Comments

Oft wird gesagt, dass Segeln ein gefährlicher Sport ist. Was er nicht ist, wenn man weiß wo die Grenzen liegen. Gefährlich wird es, wenn man auf unverantwortlich handelnde Menschen trifft, so wie wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.

Wir segelten die Regatta Armen Race, eine unserer Trainingsregatten im Open 60. Die Bedingungen waren ideal für ein Training, gute 5 bis 6 Windstärken und Wellen um 2 Meter. Wir waren gerade kurz davor, die Ile de Groix vor Lorient zu runden und bereiteten gerade den Gennaker für den Reachgang zur Ile de Yeu vor. Alles schien perfekt zu sein, mein Co Skipper Sebastien Audigane und das Technikteam, welches mit an Bord war, und ich waren super zufrieden mit dem Boot und unseren Manövern. Es waren noch 2 Meilen bis zur Nordspitze der Ile de Groix. Wir befanden uns schon fast am Fuß der Klippen, wir segelten auf Backbord Bug und hatten regelmäßig gecheckt, ob nicht irgendwelche Boote unseren Kurs kreuzten, wussten wir doch das es hier viele Fischer gibt und Fischer sich nie an Regeln halten

Dann kam die Sekunde, die alles veränderte. Unser Preparateur Antoine meinte ein Geräusch zu hören und checkte, in Lee was es sein könnte. Dann kam der Schrei “WENDE! WENDE!”, ich luvte sofort an und wendete. Während das Boot anluvte, offenbarte sich mir das Grauen: Ich sah das beleuchte Arbeitsdeck eines Fischerbootes und sah wie sich unser Outrigger in sein Fanggeshirr bohrte. Dann kam das unverwechselbare Geräusch von berstendem Carbon und ich sah wie sich der Outrigger nach Achtern bog. Ich war sicher, dass er brechen würde, was zum sofortigen Mastbruch geführt hätte, da der Outrigger den Mast hält, wie eine Saling bei normalen Masten. Das Boot war mittlerweile gewendet und es herrschte Chaos an Deck. Wir waren uns immer noch sicher, dass der Mast in einigen Sekunden brechen würde, alle starrten nach oben und warteten auf den ohrenbetäubenden Knall von brechenden Carbon. Wie durch ein Wunder ist der Outrigger in seiner Aufhängung gebrochen und durch das lose Backstag auf der neuen Luvseite ist der Outrigger wieder in seine Positon gezwungen worden. Wir bargen sofort alle Segel und sicherten den Mast mit Fallen, da wir immer noch nicht sicher waren, ob der Outrigger nicht doch noch nachgibt. Wir checkten sofort den Rumpf und fanden zum Glück nur Kratzer und Farbspuren des Fischerboots.
Der Fischer hat nicht eine Sekunde seine Fahrt reduziert und ist in die Nacht verschwunden.

Auf dem Weg unter Motor nach Lorient war eine eigenartige Stimmung an Bord. Einerseits waren wir überglücklich, den Mast nicht verloren zu haben. Aber jeder von uns wusste, was passiert wäre wenn wir nur eine Sekunde später gewendet wären. Der Fischer hätte uns mit voller Fahrt zwischen Bug und Wanten mit einem Aufparlwinkel von 60 Grad getroffen. Das hätte das Ende vom Boot bedeutet und es hätte auch unser Leben in Gefahr bringen können.

Dass Fischer oft etwas Lax mit den Regeln auf dem Wasser umgehen, wissen wir, aber was dieser Fischer gemacht hat, ist nicht zu verzeihen. Er war ohne Positionslampen unterwegs, hatte kein AIS und hat wohl auch nicht Ausguck gehalten. Soweit hat er nicht korrekt gehandelt  – aber OK, das kann man vielleicht noch akzeptieren, dass es einen Unfall gab, auch noch. ABER nach der Kollision weiterzufahren, ist niemals zu vergeben. Der Fischer hat Verletzte und Tote in Kauf genommen, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Wir haben den Fischer angezeigt. Er ist immer noch flüchtig. Wir versuchen, zusammen mit dem Behörden, ihn zu identifieziren. Vom französischen Gesetz her hat der Fischer mit seiner unterlassenen Hilfeleistung ein Akt der Piraterie begangen, worauf in Frankreich als Höchststafte Lebenslänglich steht. Die Chancen den Fischer zu finden, sind leider nicht sehr hoch.

Auf uns kommt jetzt wieder viel Arbeit zu. Wir haben schon angefangen, das Boot zu demontieren. Am Montag wird der Mast aus dem Boot genommen und am Mittwoch per Ultraschall untersucht. Auch das Boot wird komplet duchgecheckt. Glücklicherweise stellt uns Jeremie Beyou für diese Saison einen seiner Outrigger zur Verfügung – eine sehr nette Geste. Allerdings müssen wir das Oberwant sowie das Outriggerwant komplett ersetzten, da sie bei der Kollision schwer beschädigt wurden. Wenn alles Gut geht ist der Open 60 in 2 Wochen wieder einsatzbereit.

Als Lehre aus diesem Vorfall haben wir beschlossen, alle Nachttrainings im Open 60 in die äußere Biskaya zu verlegen, wo es weiniger Fischgründe und somit auch weniger Fischer gibt.
Und ich hoffe, dass Fischer irgendwann begreifen, dass sie nicht die Cowboys der Meere sind und sich verdammt noch mal wie alle anderen, an Regeln zu halten haben. Alle kritisieren immer die Segler, aber es sind die Segler die sich zu 98% absolut vorbildlich auf dem Meer verhalten, es nicht verschmutzen und die Regeln akzeptieren.

7 Mai 2013

Rückblick Grand Prix Gruyader

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Mit dem Grand Prix Guyader haben wir nun unsere erste IMOCA Regatta beendet. Im Vorfeld waren wir schon etwas nervös, da wir im Gegensatz zum Mini und Class 40 in der Classe IMOCA ja absolute “Rockies” sind und mit “Groupe Bel” und “Maitre Coq” auch zwei der zur Zeit schnellsten Open 60 am Start waren.
Am Ende der viertägigen Regatta waren wir aber sehr zufrieden mit unserem dritten Platz und nur einem Punkt Rückstand auf “Maitre Coq” (ex “Banque Populaire”). Damit ist klar, dass wir auch in der Classe IMOCA voll konkurrenzfähig sind.
Am ersten Tag als noch relativ viel Wind war, konnten wir den Speed der Top Boote ohne weiteres mitgehen und haben nur durch unnötige Fehler unseren ersten Platz eingebüßt. An den folgenden Tagen hatten wir auch durchaus unsere guten Momente und konnten “Maitre Coq” immerhin dreimal hinter uns lassen. “Groupe Bel” segelte hier in Douarnenez wie in einer anderen Liga und war so gut wie unschlagbar.
Trotz des guten Einstands kommt bis zum Barcelona World Race noch viel Arbeit auf uns zu. Der Satz Segel den wir mit dem Boot gekauft haben, ist nicht im geringsten optimiert, hier ist noch viel Luft nach oben. Auch bei den Manövern können wir noch zulegen, teilweise sind unsere Manöver noch etwas stockend, was auch normal ist, da die Boote super kompliziert und extrem physisch sind.

Jetzt geht es gleich weiter mit einem Double Handed Nacht Training bei ordentlich Wind. Es wird das erste Mal sein, dass Sebastien und ich alleine das Boot segeln, eine wichtige Trainingseinheit für das Fastnet Race Anfang August, welches ja auch Double Handed gesegelt wird.

5 Mai 2013

Erster Tag Grand Prix Gruyader

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Mit Spannung haben wir auf unserer erstes Aufeinandertreffen mit anderen Open 60 gewartet. Nach guten 10 Tagen Training fühlten wir uns zwar noch nicht so super vertraut mit dem Boot und die Manöver liefen auch manchmal nicht so ganz rund. Denn eines ist sicher: Open 60 sind sehr kompliziert zu segeln und Manöverfehler bezahlt man sofort mit vielen verlorenen Metern.
Umso glücklicher waren wir, dass wir nach der Hälfte des ersten Rennens auf Platz 1 lagen. Leider rollte sich beim Bergen des Code0 dieser von selbst aus. Das kostete uns eine gute halbe Meile und den ersten Platz. Bis kurz vor dem Ziel konnten wir Jeremie Beyou mit seiner neuen Maitre Coq der ex Banque Populaire noch auf Distanz halten. Leider hatten wir für den letzten Dipgang den falschen Spi gewählt. Auch hier sind die Unterschiede größer als im Mini oder Class40. Wählt man bei den kleinen Booten den faschen Spi, kann man sich noch halbweg über die Runden quälen, ohne dass man zuviel verliert. Im Open 60 ist man gleich gut einen Knoten langsamer und aus dem Match.
Am Ende waren wir traurig, dass wir “nur” Dritter geworden sind, haben aber auch sehr viel über das Boot gelernt und sind uns sicher, dass wir mit einigen Änderungen am Boot und mit einiger Arbeit am Segelprogramm beim Barcelona World Race konkurrenzfähig sein werden – und das ist unser Ziel.

22 Apr 2013

Normandy Channel Race – Rückblick

Posted by Joerg. No Comments

Vor dem Start waren wir schon etwas nervös. Denn wir wussten, dass der Leihmast etwas mehr Prebend hatte als unser altes Rigg. Außerdem war das Großsegel etwas flacher geschnitten. Dabei wussten wir nicht genau, wie sich das auf unseren Speed auswirken würde.

Aber schon nach der Startkreuz war klar, dass wir uns keine Sorgen machen müssen.
An der Kreuz lief es sogar noch schneller als 2012. Die Entscheidung vor dem Rennen, den Mastfall auf 4 Grad zu vergrößern war goldrichtig.

NCR 2013 © Breschi

 

 

 

 

 

 

 
Bei der Isle de Marcouf hatten wir schon einen komfortablen Vorsprung vor dem Feld und konnten auch Sebastian Rouges mit seinen leicht veränderten Schwesterschiff speedmäßig klar distanzieren.

Aber nach der Rundung der Insel segelten wir als führendes Boot leider in ein Flautenloch. Und das nachfolgende Feld konnte das Dank des bei dieser Wettfahrt erlaubten Automatischen Identifikationssystem (AIS) sehr gut sehen. Sie segelten einen Bogen um uns. Schwupps war er weg unsere schöner 1. Platz.

Im Team mit Pierre Brasseur ist es allerdings ist eine unserer großen Stärken, dass wir nie nervös werden. Wir haben uns gesagt, dass die Ersten nur 5 Meilen vor uns sind und das wir diesen kleinen Fehler bis Start Point wieder repariert haben sollten.

Im Solent segelten wir dann wie Pac Man durch das Feld und kassierten einen Gegner nach dem anderen. Kurz vor Start Point waren denn Rouges und Jourdren dran. Besonders angenehm fürs Selbstbewusstsein war es, dem Schwesterschiff von Rogues 4 Meilen durch puren Speed abzunehmen.

Dass Sebastien Rouges und Bruno Jourdren schließlich aufgegeben haben und nach Plymouth abdrehten, weil 7 bis 8 Windstärken angesagt waren und sie “Angst” um ihre Segel hatten, traf bei uns auf Unverständnis. Ich denke, man sollte als Profi mit solch gut budgetierten Projekten, über die beide verfügen, nicht aufgeben.

Man ist es seinem Sponsor schuldig, das Rennen zu beenden. Bei den Amateuren, die in ihren Budgets sehr viel eingeschränkter sind, kann ich dagegen eine solche Entscheidung verstehen, wenn sie ihre Segel fürs Transat Jacques Vabre schonen wollen.

Als der Wind dann auf 7 bis 8 Beaufort zunahm, ging unser Wechsel auf die Trinquette leider nicht so reibungslos über die Bühne wie gehofft. Zwei Meilen büßten wir durch das Manöver ein. Und die vergrößerten sich noch durch ein Tiden-Fenster bei Lizard Point zu einem Rückstand auf die führende “Made in Normandy” von 6 Meilen. Sehr ärgerlich.

NCR 2013 © Breschi

 

 

 

 

 

 

 
Aber dann kam wieder unsere Stärke ins Spiel. Nicht entmutigen lassen und Gas geben. Als wir nach der Bahnverkürzung die virtuelle Marke “Virtual Tuskar Rock” den Abstand schon auf 4 Meilen reduziert hatten, wussten wir das wir wieder im Spiel waren.

Bei Lands End hatten wir den Rückstand egalisiert und wir wussten das wir auf den Close Reaching Leg nach Guernsey das schnellere Boot haben. Wir mussten nur konzentriert weiter segeln, um das Rennen zu gewinnen. Und das ist uns dann ja auch ganz gut gelungen.

Der Sieg beim NCR hat uns mit einer riesigen Portion Selbstbewusstsein versorgt. Wir wissen, dass wir nach unserem intensiven Training und einer starken Vorbereitung vielleicht sogar noch schneller sind als 2012. Und dabei sind wir nicht einmal dazu gekommen, unsere beiden Geheimwaffen – den Code Mare und den reffbaren Code 5 einzusetzten.

Also wir gehen jetzt mit großer Motivation in die kommenden Class 40 Rennen und freuen uns auf unseren neuen Mast. Unser großer Dank gilt noch einmal Aloys Le Claquin, der uns Mast und Großsegel geliehen hat. Außerdem hat das gesamte Mare Racing Team  unglaublich nach dem Bruch gearbeitet und uns diesen Sieg erst ermöglicht.

Sehr gefreut hat mich auch die gute Platzierung von Mathias und Boris. Es ist schön zu sehen, dass wir Deutsche in der ersten Liga des Offshore-Segelns voll mithalten können.

13 Apr 2013

Back in Business

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Hinter jedem guten Sportler steht auch immer ein gutes Team. Ich wusste immer, dass ich ein gutes Team hinter mir habe, auch wenn ich nach nicht gewonnenen Regatten manchmal mit dem Team meckere… Das liegt denn aber eher an mir.
Diese Woche hat sich gezeigt, dass das mare racingteam nicht nur ein gutes Team, sondern ein außergewöhnlich gutes Team ist. Nur 4 Tage nach unseren Mastbruch liegt mare nun rennfertig im Hafen von Caen, als wäre ihr nie etwas passiert. Das Boot ist perfekt für die Regatta vorbereitet.  Das ist es, was gute Teams vom Durchschnitt abhebt – Krisensituationen bewältigen und nie aber auch niemals aufgeben. Dieses Team kann jetzt alles erreichen und gehört zu den allerbesten im Business – das Vendee Globe kann kommen! Nun ist es an Pierre und mir dem Team alles im Form einer guten Platzierung zurückzuzahlen.
Tausend Dank an mein Team an Aloys Le Claquin der uns seinen Mast zur Verfügung gestellt hat und natürlich an Nikolaus Gelpke – ohne ihn würde es dieses unglaubliche Team ja nicht geben…

8 Apr 2013

Black Monday

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Einige Tage laufen einfach nicht gut im Leben, so wie unsere gestrige Überführung des Class 40 von Lorient nach Caen zum Start vom Normandy Channel Race. Erst raubte uns ein Blackout des NKE Navigationssystems kurz vor der Ile de Ouessant den letzten Nerv. Mit 18kn Speed durch eine Gruppe von Riffen zu schießen, ohne genau zu wissen, wo man ist und ohne Kurs, Wind und Speedinfo – das ist bei 7 Windstärken nicht wirklich eine Freude. Dass jedoch die darauffolgende die Nacht noch sehr viel Schlimmeres für uns bereit halten sollte, konnten wir nicht ahnen.

Wir segelten relativ leicht bei 6 Windstärken auf einem Reachkurs mit der Genua und 2 Reffs im Großsegel. Eher etwas „unterbesegelt“, aber was soll’s: Das Ziel war, ohne Joblist in Caen anzukommen, also bloß nichts kaputt machen, damit die Preparateure nicht sauer sind.

Diese Marschrichtung muss unser Unterwand aber irgendwie nicht mitbekommen haben. Denn um 2:20 verabschiedete es sich mit einem lauten Knall, was den Mast sofort dazu veranließ, zu brechen. Da das Boot auf den Mast zu trieb, war Eile geboten: die Wanten wurden mit einer Säge gekappt und Mast, Baum, Groß und Genua sowie das Radar dem Meer übergeben. Nach gut 15 Minuten waren wir vom Mast getrennt, ohne dass Schäden am Boot entstanden.

Mein Co-Skipper Pierre Brasseur und ich haben uns zügig entschieden, dass es bedauerlich wäre, das Normandy Channel Race nicht zu segeln, zumal wir mit einem der schnellsten Boote ins Rennen gehen würden. Also begannen wir kurzentschlossen mit unserem Projektmanger Charles, die Aktion Comeback für mare zu planen. Gegen Mittag hatten wir einen Ersatzmast gefunden. Hier muss sich das ganze mare racingteam ganz herzlich bei Aloys Claquin bedanken, der uns seinen Mast zur Verfügung stellt.

Jetzt geht das Rennen gegen die Zeit los. Unser Team wurde in zwei Gruppen eingeteilt: Team 1 bereitet den Mast in La Trinite vor,  Team 2 repariert die kleinen Schäden am Boot. Der Mast wird am Mittwoch, 10.4., nach Brest gebracht und am Donnerstag gestellt. Donnerstagabend gehst nach Caen, wo wir am Freitag ankommen werden. Gerade noch pünktlich genug, um das Normandy Channel Ace noch segeln zu können…

4 Apr 2013

Training auf der Open 60

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Wir haben jetzt 2 Tage mit unserem neuen Open 60 trainiert. Das Ziel des Trainings war das Boot zu testen und zu sehen, ob alle Systeme funktionieren. Etwas was nicht zu unterschätzen ist, da ein kleiner Fehler im Set Up des Bootes katastrophale Folgen haben kann. Insofern war bei den ersten beiden Testtagen Vorsicht angesagt. Was uns jedoch nicht davon abgehalten hat, heute Spitzengeschwindigkeiten von 20kn zu erreichen. Die Geschwindigkeiten eines Open 60 sind schon beeidruckend 10,70kn am Wind bis zu 20kn bei TWA von 90Grad bei 25kn Wind. Unter unseren A2.5 Spi waren wir immer noch mit 18kn unterwegs. Bei einer kurzen Trainingseinheit kommen leicht mal 60sm zusammen.

Was auch klar wurde, ist, dass wenn man erfolgreich Open 60 segeln will, muss man Hyper Fit sein, sonst ist man nach 2 Manövern aus dem Rennen. Jedes Manöver ist sehr anstrengend, am schlimmsten sind die Wenden. Es fängt damit an, dass man das Leeschwert unter Volllast mit dem Coffeegrinder hochwinschen muss, was eine gefühlte Ewigkeit dauert. Danach fängt man an den Wasserballast zu tranferieren, die Arthur loszuwerfen. Dann wird die Großschit 1 Meter gefiert, da dass Boot sonst nach der Wende gleich anfängt rückwärts zu fahren. Daraufhin wird das Backstag gefiert und die Kiel zentriert. Erst jetzt kommt die eigentliche Wende, auch nicht ganz unanstrengend. Während die Segel auf dem neuen Bug getrimmt werden, wird der Kiel per Hydraulik nach Luv gekippt. Zum Abschluss wird das neue Leeschwert auf seine Position gewinscht – natürlich per Coffeegrinder. Danach braucht man mindestens 3 Power Bars, um wieder zu   kräften zu kommen.

7 Aug 2012

Quebec – St Malo – harte Schläge

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Das Transat Quebec – St. Malo ist jetzt seit einigen Tagen beendet. Es war ein körperlich doch recht anstrengendes Rennen mit teils sehr viel Wind und sehr unangenehmen Wellen.

Schwerer als die körperliche Belastung wiegt aber die mentale Belastung dieses Rennens. Für mich als Einhandsegler war es schwer, mit einer 4er Crew zu segeln, weil ich das Gefühl hatte dass sie „mein Zuhause“ in Beschlag nahmen. Es war ein wenig so, als würden Gäste am Ende eines Abends einfach nicht gehen wollen. Die für das mare-Racingteam ungewöhnlich hohe Anzahl von Schäden trug auch nicht gerade dazu bei, dass dieses ein entspanntes Rennen wurde.

Nur fünf Stunden nach unserem sehr gelungenen Start vor der beeindruckenden Kulisse von Quebec explodierte unser großer A2 Spinnaker das erste Mal. Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon einen drei Meilen Vorsprung auf die Verfolger. Rémi Aubrun, unser Segeldesigner, meinte gleich „No Problem“ und machte sich an die Reparatur. Keine drei Stunden später war der Spi repariert und einsatzbereit, jedoch nur bis ca. 12 kn Wind. Darüber hinaus war es ein wenig wie Lotto, ob der Spi nun halten würde oder nicht. Leider waren wir mit dem viel kleineren A6 Medium Spi mittlerweile auf den 4. Platz zurückgefallen.

Wir waren aber noch immer siegessicher und segelten noch im St. Lorenz Strom wieder an die Spitze mit teils brillanter  Geschwindigkeit.

Gute 250 Meilen vor dem Ausgang des St. Lorenz Stroms hatten wir schon einen komfortablen Vorsprung von 60 Meilen vor dem Zweiten und waren gute drei Knoten schneller. Wir waren uns sicher, dieses Rennen frühzeitig für uns entscheiden zu können. Bis sich plötzlich der Bugspriet unter Code5 Gennaker mit einen lauten Knall verabschiedete. Eine Sekunde, die das ganze Rennen verändern sollte. Wir waren nicht mehr die coolen Siegertypen, die dieses Rennen runtersegeln. Plötzlich liefen wir Gefahr sogar ganz aus dem Rennen aussteigen zu müssen oder zumindest einen Reparaturstopp einlegen zu müssen. Das hätte bedeutet: Podium ade.

Nach 18 Stunden hatten wir den Bugspriet wieder einsatzfähing! Allerdings war die gesamte Crew danach so erschöpft, dass wir uns nicht mehr ausreichend auf die Taktik konzentrierten und so am folgenden Tag auf den 9. Platz zurückfielen. Wieder machte sich eine gewisse Unruhe in der Crew breit. Sollten wir jetzt das Rennen wohlmöglich durch einen taktischen Fehler verlieren? Nein, sollten wir nicht. Jedenfalls nicht durch diesen. Wohl aber durch den nächsten, denn kaum auf dem offenen Atlantik überrollten wir bei einen Vormwindgang mit bis zu 35kn Wind das gesamte Feld, hatten aber keinen genauen Taktikplan für den Atlantik. Wir positionierten uns 25 Meilen zu weit nördlich und damit war die Tür offen für „Campagne de France“, um im Süden an uns vorbeizuziehen. Von da ab war es fast ein Match Race gegen „Campagne de France“, welches die Franzosen drei Tage vor Ziel durch eine bessere Segelwahl und mehr Risikobereitschaft für sich entscheiden konnten. Wir zögerten viel zu lange, ganze 6 Stunden, bis wir den gerefften A6 Spi setzten. Zu dem Zeitpunkt hatte „Campagne de France“ ihren Vorsprung von 18 Meilen wieder auf 48 Meilen ausgebaut. Game over, zumindest für den Sieg des Teams mare, obwohl wir das schnellere Boot hatten. Auch wenn es keiner an Bord aussprechen wollte, wir wussten, wir hatten verloren und wir wussten warum. Zu verlieren, weil man taktisch Pech hat ist eine Sache, aber zu verlieren weil man das Boot nicht hart genug gesegelt hat schmerzt ungemein.

Natürlich hätten wir das Rennen ohne den ganzen Bruch wahrscheinlich gewonnen, aber das Ausschalten solcher Schäden gehört für einen Profi Team dazu. Solche Schäden sollten gar nicht erst auftreten.

Nichtsdestotrotz haben wir während dieses Rennens extrem viel über das Boot gelernt und wissen, was wir modifizieren müssen für 2013/2014. Insofern bin ich mit dem Rennen hochzufrieden, auch wenn ich doch ganz gerne gewonnen hätte und das Triple geholt hätte… Aber das hat Bayern München auch noch nie geschafft und das tröstet denn doch auch schon wieder ein wenig.

2 Aug 2012

Transat Quebec – St-Malo // Day 11

Posted by Joerg. No Comments

So, our gybe went very well yesterday evening. We ended up with lots of wind and a good angle on starboard gybe, and have been doing well ever since. Everyone was anxiously awaiting the position report this morning, and now an air of calm has setthes over the boat, the only objective now to go as fast as possible in this drag race to the finish.

We remain the most northerly boat; something that

suprises us, we would have thought that Campagne de France would have gybed on our line. We did have the luxury of choosing when to gybe, and did so just after the last position report of the evening, giving us 8 hours of freedom.

We certainly hope that he has to soak, thereby slowing, or even better has to gybe, giving us all the more distance.

All this being said, they are sailing a great race, are still ahead, and this will not be over till we cross the line.

 
    Jörg Riechers auf

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